Bericht zur Infoveranstaltung am 25.06.2019 für die Feuerbestattungsanlage in Kolbermoor

Liebe Kolbermoorer Grüne, Freundinnen und Freunde, Liebe Unterstützer*innen der Grünen Liste Kolbermoor, Liebe Kolbermoorer Bürger*innen,

Unsere Sprecher Steffi und Michi waren auf der Infoveranstaltung der Stadt Kolbermoor zur geplanten Feuerbestattungsanlage. Eigentlich wollten wir einen sachlichen Bericht abgeben und euch sagen, wie die Grüne Liste Kolbermoor zu dem geplanten Projekt steht.

Wir haben uns nun entschieden, einen anderen Text zu veröffentlichen, der – aber lest selbst.

beerdigen

beisetzen, begraben, bestatten, zu Grabe tragen, das letzte Geleit geben; geh.: der Erde übergeben/anvertrauen, zur letzten Ruhe betten; ugs.: unter die Erde bringen; abwertend: verscharren. (Wahrig Synonymwörterbuch)

Wörter, unser Alltag, unser ganzes Leben ist voll davon. Doch was ist der Kern eines Wortes? Sein Klang, seine Rechtschreibung oder vielmehr seine Bedeutung? Ein Wort, das ist der Gedanke, der sich in unserem Kopf formt, sobald wir es hören oder lesen. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ sagt der Volksmund und doch drängt sich der Gedanke auf, dass es auch anders sein könnte, dass ein einziges Wort ein Bild heraufbeschwört, viele Bilder sogar wenn es ein machtvolles Wort ist.

Was also haben wir bei der Informationsveranstaltung zur Planung einer Feuerbestattungsanlage in Kolbermoor gehört – viele Worte, das ist gewiss. Aber welche Bilder haben sie bei uns hinterlassen? Wir haben nicht das Bild eines Gebäudes mit nach Hause genommen, nicht das Bild einer technischen Anlage oder von apokalyptisch beschworenem Anfahrtsverkehr und giftigen Qualmwolken, nicht mal das Bild einer letzten Verabschiedung oder Beisetzung.

Mitgenommen haben wir das Bild einer Gesellschaft, die die Fähigkeit des Dialogs begraben, oder vielmehr verscharrt hat, unter einer schier übermächtigen Fülle von Anschuldigungen, Aggressionen, Desinformation, und fragwürdigen Verschwörungstheorien.

Recht hat, wer am lautesten dazwischen krakeelt, Redner lächerlich macht oder gar nicht erst zu Wort kommen lässt. Dieses Bild bot die gestrige Veranstaltung, aber es ist ein falsches Bild, ein unwürdiges Bild, ein beschämendes Bild! Jeder hat das Recht, sich nicht zu informieren, Argumente ungehört verhallen zu lassen und auf seiner Meinung zu beharren, dem gegenüber steht aber auch das Recht auf Information derer, die Interesse an einem ernstgemeinten Dialog haben. Schon im Kindergarten lernen unsere Jüngsten, dass es Gesprächsregeln gibt und dass man einen respektvollen Umgang miteinander pflegt. Nicht pflegen soll, sondern pflegt – unverhandelbar. Aber die Weisheit der Dreijährigen ist bei so manchem Erwachsenen beerdigt, zu Grabe getragen, oder einfach verscharrt.

GRÜNE Grüße

Steffi und Michi

6 Kommentare

  1. Susanne Bulenda-Weiß

    … und wie steht jetzt die Grüne Liste zu dem Projekt? Dazu dass ohne Not das Biotop am Friedhof zerstört werden soll, dass das Verkehrschaos in Kolbermoor noch schlimmer werden soll, dass Kohlenmonoxid, Dioxine, Furane und Quecksilber und Radioaktivität bei Verbrennung von bestrahlten toten Krebskranken ohne Not in die Luft geblasen werden soll, neben einem Wohngebiet und neben Sportanlagen? Ich war selbst auf der Infoveranstaltung und wehre mich dagegen, mit einzelnen emotionalen Bürgern in einen Topf geworfen zu werden und hätte mir tatsächlich von grün denkenden Mitmenschen eine andere Stellungnahme erwartet.

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  2. Tanja Huber-Riediger

    Hallo Steffi und Michi, eine schier übermächtige Fülle von Desinformation? Ganz im Gegenteil, das ist meine feste Überzeugung. Die überwiegende Mehrheit der Besucher am 25. Juni im Mareis-Saal hatte sich sehr wohl vorab informiert. Über die vielen (unnötigen) Gesundheitsrisiken, die dieses geplante Krematorium in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet und zu Jugendlichen, die in ihrer Freizeit Spaß und Entspannung haben möchten. Genau deswegen, weil die vielen kritischen Bürger nicht die „Alles ist gut“-Theorien unseres Bürgermeisters und des Herrn Engmann ohne nachzudenken für bare Münze nehmen, das ist der Grund, warum die Emotionen hochgekocht sind. Auf vielen unterschiedlichen Internetseiten ist für jedermann nachzulesen, welche Auswirkungen auf die Gesundheit ein solches Krematorium auf die Anwohner hat. Wenn man gesundheitlich erblich vorbelastet ist oder nicht einfach wegziehen kann, sollte das Krematorium tatsächlich gebaut werden, dann nimmt man das eben nicht so einfach hin.

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  3. Christian Demmel

    Wenn ein BM seinen Bürgern öffentlich Realitätsferne vorwirft, die Bürger den Eindruck haben, dass so wie so gemacht wird, was man will und die Interessen der Bürger zweitrangig sind, ist eine gewisse Erregung schon zu verstehen. Ganz klar ist, dass man sich am Besten sachlich und anständig verhält und seinem Gegenüber Respekt zollt. Wenn jedoch immer wieder der Bürger erlebt, dass er überhaupt keine Mitsprache hat, fühlt er sich ohnmächtig. Die Gegenwehr kam, als bei größter Hitze lange Verkaufsvorträge die Leute immer nervöser werden ließen. Als dann ein Sprecher der Bürgerinitiative vom BM das Wort abgeschnitten wurde, kam es zu den unschönen Reaktionen. Das unanständige agieren ging somit vom BM aus. Ein Miteinander auf Augenhöhe wäre sicher konstruktiver gewesen.

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    • Stefanie Peters

      Sehr geehrter Herr Demmel,
      ich beglückwünsche Sie zu Ihrer offensichtlich optimalen Sitzplatzwahl bei dieser Veranstaltung, Sie befanden sich anscheinend in einer ruhigen Ecke, in der die Stimmung erst im Verlauf kippen konnte und nicht von vorneherein aggressiv war. Ihrer Darstellung entnehme ich, dass manchmal nur wenige Schritte zwischen anständig und fragwürdig liegen.
      Entsprechend dem PartG §1 (2) sollen Parteien […] die politische Bildung anregen und vertiefen […], folglich freut es mich sehr, dass Sie auf der Suche nach ihrem „grünen“ Ich auf unserer Homepage vorbeigeschaut haben.

      Grüne Grüße,
      Stefanie Peters

      PS:
      Noch eine Frage aus persönlicher Neugierde: Im Zuge vielfältiger Korrespondenz bin ich bislang mit „grünen“, „liberalen“ und „sozialen“ Grüßen verabschiedet worden. Benutzen Sie „alternative Grüße“ als Abschiedsformel? Ist diese Konstruktion in Anlehnung an „alternativen Fakten“ sprachlich bereits korrekt?

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  4. Dieter Börner

    Hallo, ich habe diese Seite erst heute gefunden und gelesen. Habt ihr noch was anderes zum Thema zu sagen als nur die Worthülsen im obigen Beitrag?
    Ich weiss jetzt immer noch nichtd, wie die Grünen zum Projekt stehen. Klärt mich doch auf.

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    • Stefanie Peters

      Sehr geehrter Herr Börner,
      Besser spät als nie – schön dass Sie den Weg auf unsere Homepage gefunden haben.
      Die von Ihnen gesuchten Informationen finden Sie nicht in diesem Beitrag zur Debattenkultur, sondern in unserem Beitrag vom 28.06.19 in der Rubrik Aktuelles basierend auf der offiziellen Datengrundlage zum damaligen Zeitpunkt.
      Im Vorfeld des Ratsbegehrens am 20.10.19 zum Thema stellen die beteiligten Interessensgruppen umfangreiches Informationsmaterial auf vielfältige Art zur Verfügung. Von Seiten der Grünen Liste möchten wir nicht in die individuelle und persönliche Entscheidungsfindung der Bürgerinnen und Bürger eingreifen. Damit entsprechen wir vollumfänglich der Bitte um Neutralität aller offiziellen Stellen und Planungsstopp im Vorfeld der Abstimmung, wie von der Bürgerinitiative gegen den Bau des Krematoriums erbeten. Regelkonformität ist im demokratischen Prozess oberstes Gebot und besonders bei diesem sensiblen und Thema ist die Gewissensfreiheit umso wertvoller und muss selbstverständlich bedingungslos gewahrt bleiben.
      Sollte die Abstimmung den Bau der Anlage befürworten, so obliegt es uns natürlich, auf die umweltverträglichste Umsetzung zu bestehen und aktiv dafür zu kämpfen.

      Grüne Grüße,
      Stefanie Peters

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